Die Junior Company Bonn

Aus vorausgegangenen Kooperationsprojekten von CocoonDance mit Bonner Schulen entwickelte sich 2012 die Junior Company Bonn - They Might Be Giants mit teils bis zu 40 Heranwachsenden zwischen 8 und 18 Jahren zu einem „tänzerischen Experimentierlabor für Heranwachsende zwischen 8 und 18 Jahren“ (Bonner General-Anzeiger). Bei diesen ist ein Bewusstsein für die eigene Kreativität, Ausdrucksform und -sprache entstanden. Im Mittelpunkt der partnerschaftlichen Zusammenarbeit stehen das Künstlerische und die, jenseits konkreter pädagogischer Zielvorgaben entstehenden Freiräume für Kreativität. Das Material für die Stücke wird gemeinsam mit den Akteuren entwickelt, eine Arbeitsweise, die typisch für CocoonDance ist, gleich ob Kinder oder professionelle Tänzer auf der Bühne agieren: „Beispielhaft für Tanztheater, für die Arbeit mit Schülern, sowohl was die Themenwahl wie auch die Arbeitsweise betrifft.

„Hier wird mit dem umgegangen, was jeder kann und jeder kann etwas. Ein Plädoyer für die Zusammenarbeit von professionellen Künstlern mit Schulen …“. (Laudatio der Jury des 29. Berliner Theatertreffens der Jugend 2008).

Die Arbeit mit den jungen Tänzern ist aber auch von der der künstlerischen Entwicklung der professionellen Company CocoonDance selbst nicht mehr wegzudenken. So wird für diese Projekte auch niemand ‚abgestellt‘, sondern es ist die Choreografin, das Leitungsteam, nebst Komponisten, Lightdesigner und Bühnenbildnerin, nicht zuletzt die Tänzer der Company selbst, die daran mitarbeiten. Für die Choreografin, das Leitungsteam, die Tänzer der CocoonDance Company ist dies eine bereichernde Erfahrung, die ihnen ein Mehr an Offenheit und Freiheit in den eigenen Projekten vermittelt hat.

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt „Junior Company Bonn“, nun in seinem vierzehnten Jahr versteht sich als stringente Fort- und Weiterentwicklung bisheriger Prozesse mit verstärktem Fokus auf die wachsende Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit seiner jungen Ensemblemitglieder und ihrer zunehmend Beteiligung an organisatorischen wie künstlerischen Fragen. In den letzten Jahren hinzugekommen sind Kollaborationen mit dem Studiengang Tanzvermittlung am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und Bonner Schulen.  

Seit 2013 sind so bislang 13 Bühnenprojekte entstanden. Die Produktionen wurden zu Gastspielen über Bonns Grenzen hinaus, wie mehrfach zum Berliner Theater- bzw. Tanztreffen der Jugend, Dynamo – junge Tanzplattform NRW, u.a. anderen Festivals eingeladen, was dem eigenen Anspruch des Modellcharakters entspricht.
Vermögen und Potenzial des jungen Ensembles haben sich von Projekt zu Projekt gesteigert. Noch wichtiger aber ist die enorme Identifikation bzw. Aneignung des zeitgenössischen Tanzes durch die Jugendlichen. Tanz ist für sie zu einer Lebensform geworden, in der sich Freiheit und Selbstbewusstsein erfahren und realisieren lässt. 

Die wichtigsten Aspekte dieser Arbeit

Es gibt kein Casting. „Jeder der will kann“!

Die Zusammenarbeit mit den Ensemblemitgliedern findet in allen Punkten auf Augenhöhe statt, d.h. Arbeitsweise und Zusammenarbeit gleicht dem der mit den professionellen Tänzern von CocoonDance, ist geprägt von freier Kreativität und Mitverantwortung für die Projekte.

Über Workshops und gemeinsame Aufführungsprojekte findet ein persönlicher intensiver Austausch und gemeinsames Lernen mit den Mitgliedern der professionellen CocoonDance Company statt

„Peerkultur“: Mitglieder des Ensembles erarbeiten mit anderen Mitgliedern eigene Choreografien oder führen Workshops und Trainings mit anderen Schülern und Schülerinnen durch.

Die Ensemblemitglieder entwickeln sich nicht nur als Performer, sondern nicht zuletzt auch als regelmäßige Zuschauer durch ihren freien Zugang von spannenden, originellen Tanzstücken im Theater im Ballsaal.